About
REFACTOR ist das Devlog zum Aufbau von karameht.com. Nicht nur Code. Auch wie eine Marke entsteht, welche Privacy-Defaults gewählt werden, welche Security-Architektur dahinter steht, wie selbst gehostet wird, wie der Schreibprozess organisiert ist und wie man von kaputten PCs aus dem Wertstoffhof zu einer Manufaktur für digitale Askese kommt.
karameht.com selbst ist das Ergebnis: Essay, Manufaktur, Kritik. Die eine Persönlichkeit in mir, die der Schönheit der deutschen Sprache Ausdruck verleihen möchte. Hier siehst du den Entstehungsprozess dahinter. Erfahrung und Prozesse seit 1998 verschmelzen — in Dankbarkeit gegenüber denen, die vor uns da waren. Dankbarkeit und Verständnis für die Zukunft, denn nur wer versteht, woher wir kamen und wo wir sind, kann Askese vollziehen und Zukunft als Notwendigkeit gestalten.
Worum es geht
Auf REFACTOR landen alle Themen, die dazu beitragen, dass karameht zu einer Marke wird: Architektur-Entscheidungen und ihre Begründung, Stack-Wahl und Stack-Verwerfungen, Configs in voller Länge, Refactor-Iterationen mit Fehlern und Sackgassen — bis hin zur Frage, wie Code zu einer digitalen Identität beitragen kann. Mit dem Anspruch, kompromisslos der DSGVO zu entsprechen, Sicherheit als oberstes Gut zu behandeln und — das Wichtigste — barrierefrei zu bleiben. Schaff ich es, all diese Ansprüche umzusetzen?
Daneben läuft die Brand-Spur: wie Namen entstehen, wie Sprache vor Pixel gesetzt wird, warum es zwei Domains gibt, wie Vokabular und Tonalität sich ausbilden. Du erfährst auch, wie Code eine Markenidentität trägt und formt — denn Marken entstehen nicht trotz, sondern auch durch Code. Begriffe wie Manufaktur, Geselle, Askese haben über die Jahre Bedeutung bekommen — was sie heute bedeuten und warum, wird hier in eigenen Posts aufgearbeitet.
Eine weitere Spur ist Privacy: welche Daten überhaupt anfallen, welche nicht, welche CSP-Header gesetzt sind, wie Server-Logs konfiguriert sind, wie DSGVO praktisch umgesetzt wird statt formal abgehakt. Digitale Askese bedeutet auch Minimalismus — in allen Belangen.
Security ist das Nächste: nicht nur Supply-Chain-Härtung, Schutz vor Script-Kiddies, auch SSH-Trennung pro Service, sichere Defaults statt nachträgliches Patchen, Build-Reproducibility, Dependency-Auditing, Backup-Strategie und Rollback-Plan, Kryptographie. Jede Entscheidung mit dem konkreten Tradeoff dokumentiert und soweit verständlich erklärt. Auch für mich ein Nachschlagewerk, zum Nachlesen — falls die Nächte länger werden und das Ziel weiter in die Ferne rückt.
Self-Hosting passiert auf mehreren Ebenen. Die öffentliche Web-Auslieferung läuft bewusst auf Shared Hosting — günstig, stabil, abgesichert durch eigene Configs. Das eigentliche Self-Hosting findet im Homelab statt — darüber hinaus gibt es noch viele weitere Dinge zu beachten. Aber auch da gehen wir gesondert darauf ein.
Der Schreibprozess selbst wird offen gezeigt. Texte entstehen nicht im Vakuum — sie wachsen aus einem Vault mit über tausend alten Notizen, frühen Drafts, Recherche und halben Posts aus dem Jahrzehnt davor. Wie aus diesem Rohmaterial publizierbare Texte werden, welche Tools dazwischen laufen, wie Beitragsreihen entstehen — auch das landet hier. Mein kleiner innerer Duracell-Hase in meinem Kopf, der alles notiert hat, will sein Wissen kundtun.
Stellt euch das mal vor: über 1.400 digitale Notizen, unsortiert und ungefiltert auf Festplatten verteilt (keine Sorge, ich sortiere sie gerade — oder ich versuche es zu sortieren), dazu Ableitungen aus Fachbüchern und alte Notizbücher. Und so viele Fachbücher und allgemeine Bücher, die ungelesen, ungefiltert und aktuell unbedeutsam in Regalen verstauben.
Was hier nicht passiert
Kein Tracking, keine Analytics, kein Cookie-Banner. Keine Werbung, keine Sponsoren, keine Affiliate-Links. Kein Social-Login, keine externen Embeds. Kein Newsletter über Drittanbieter. KI-Slop! Kein Bullshit eben!
Wer schreibt
Mehmet Karaca, Baujahr 1988 — und seine 42 Persönlichkeiten.
Die ersten Rechner aus dem Wertstoffhof brachte mir mein Vater. Für neue war das Geld nie da. Also hieß es: lernen, damit umgehen, überleben. Ich habe sie liebevoll „Gurken" getauft, mit zehn zerlegt und mehr kaputt gemacht als repariert — aus Notwendigkeit, um vielleicht eines Tages CS zocken zu können.
Die Handhabung und Zusammensetzung der PCs standen nicht in Google zur Verfügung — das gab es damals nicht. Also habe ich gelernt ohne Englisch, ohne Tutorials: Duden neben der Tastatur, in Bibliotheken englische Fachbücher händisch übersetzt. Trial and Error — denn was weiß man mit zehn Jahren über Englisch.
Erstes Betriebssystem Windows 95, davor DOS (Spielwiese). Floppy Disks waren damals kein Speicher-Symbol, sondern Hardware. So war das. Eine eigenartige Zeit, in der Wissen begrenzt war und mit Denken erlernt werden musste.
Mit fünfzehn ausgezogen, seit 2006 tief in der IT. Seit 2017 angestellt — mit allen Höhen und Tiefen, die dazugehören.
Dazwischen eine Ausbildung. Studium war damals für jemanden ohne Abitur nicht drin, Ausbildungsberufe in dem Bereich nicht existent. Also wurde ich Kaufmann für Bürokommunikation — im Herzen und in der Leidenschaft weiterhin IT'ler. Immer weiter lernen, immer mehr lernen, immer weiter scheitern — meine 42 Persönlichkeiten haben das von mir erwartet.
Heute hauptberuflich angestellter Full-Stack-Developer, abends Solo — hardcore Debugger am eigenen Stack. Arch Linux, Solo-Monitor, 42 Persönlichkeiten und ein Fokus: wie mache ich karameht zu meiner Marke mit Bestand, wie blogge ich im Zeitalter von KI, wie verdichtet man Wissen seit 1998 und schreibt es in einen Blog. Finden wir es gemeinsam raus.
Privacy-First geht bei mir weit über Surfen im Inkognito-Modus (Insider!) hinaus: keine Cloud-Sync für Notizen, keine Telemetrie im Editor, getrennte E-Mail-Identitäten pro Kontext, lokale Backups statt Drittanbieter-Cloud, eigener DNS-Resolver, verschlüsselte Festplatten. Kein LinkedIn, kein Instagram, kein Twitter, kein XING. Nur ich und mein Kampf gegen Datenkraken.
Der Name karameht
karameht ist mein Name — Karaca Mehmet, verdichtet. „Kara" ist Türkisch für „Schwarz". Kein Marketing-Name, kein Kunstwort, kein Domain-Hack. Eigenname.
Älter als jede Domain, die ich je registriert habe. Länger als die meisten Frameworks, mit denen ich gearbeitet habe. Der längste Debug meines Lebens — und härter zu lernen als Assembly.
Mit der Zeit wurde karameht meine digitale Askese. Auch darauf gehen wir noch ein.
karameht.com läuft seit 2006. Mehrere komplette Umbauten, mehrere Generationen von Stacks und Namings, mehrere Sprachen. REFACTOR dokumentiert den aktuellen Umbau, rekonstruiert die vorigen, wo es sich lohnt — und fokussiert sich darauf, das Wissen, das ich habe, zu vermitteln.